Gefangen in Bethlehem
Leben unter Ausgangssperre (Langfassung von “Gefangen”)

Bethlehem im April 2002. Die Stadt ist von israelischem Militär besetzt. Der Alltag im Geburtsort Christi ist von Gefechten mit palästinensischen Freischärlern, den täglichen Ausgangssperren, Hausdurchsuchungen und der brisanten Situation um die belagerte Geburtskirche herum geprägt. Unter Lebensgefahr macht sich unser palästinensisches Kamerateam auf, um die menschliche Tragödie einer belagerten Stadt zu dokumentieren. Die moslemische Familie Hmoud, Vater, Mutter und neun Kinder, lebt in einer kleinen Zweiraumwohnung mitten im Stadtzentrum. Seit Wochen können die Hmouds ihre Wohnung nicht verlassen, die Lebensmittel gehen zur Neige. Das Gemeindezentrum des evangelich-lutherischen Pfarrers Mitri Raheb ist vom israelischen Militär besetzt und schwer verwüstet worden. Die Angst steht ihm noch ins Gesicht geschrieben. Auch das Caritas-Baby-Hospital ist von der Außenwelt abgeschnitten. Wegen der Ausgangssperre kommen nur ganz selten Krankenwagen durch. Die medizinische Versorgung der Kinder ist gefährdet. Die Schicksale sind verschieden, aber alle hoffen das gleiche: auf ein baldiges Ende der Besatzung und einen dauerhaften Frieden mit Israel.

EP, 30 min, 2003